Freiburger Geschichte und Geschichten aus Freiburg

Bahnhalle des Freiburger Bahnhof um 1840

Die Bahnhalle, Stich um 1840
Die Lage Freiburgs war eine besondere Herausforderung für die Konstrukteure bei der Planung der Badischen Hauptbahn von Offenburg über Freiburg nach Basel.

Freiburger Bahnhalle_um_1840

Um die Strecke mit der Stadt zu verbinden, wären aufwendige Rampen notwendig gewesen, da sich Freiburg auf einem höheren Niveau als die anderen angeschlossenen Städte befindet und damalige Lokomotiven nur Steigungen von maximal 0,5 % bewältigen konnten. Die Verantwortlichen entschieden sich daher für eine Verlegung der Gleisanlagen außerhalb der Stadt in Richtung Westen. Auf dem eingeebneten Festungsgürtel gab es ausreichend Platz für eine ausgedehnte Bahnanlage. Mit den Bauarbeiten wurde 1843 begonnen, im Mai 1845 wurden die ersten Gleise verlegt, auf denen am 22. Juli 1845 probeweise ein erster Zug fuhr. Er bestand aus sechs Wagen, die von der Lokomotive Der Kaiserstuhl gezogen wurden. Am 30. Juli wurde der Freiburger Bahnhof in Anwesenheit des Großherzogs Leopold feierlich eröffnet; die Gebäude waren zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht fertig gestellt. Nach Abschluss der Bauarbeiten besaß Freiburg mit 110 Meter Länge, 16 Meter Breite und einer Firsthöhe von 12,30 Metern die damals größte Bahnsteighalle Badens. In der Halle befand sich eine Drehscheibe; Postwaggons konnten direkt be- und entladen werden, da die Pferdefuhrwerke bis an das Gleis fahren konnten. Zwischen der Bahnsteighalle und dem Empfangsgebäude lag ein offener Hof mit Brunnen, zu dessen Seiten sich die drei Wartesäle für die erste bis dritte Klasse befanden.

Das nach Plänen des Architekten Friedrich Eisenlohr gebaute zweigeschossige Empfangsgebäude wurde am 31. Juli 1845 eingeweiht. Es zeichnete sich im historisierenden Zeitstil durch viele neuromanische Bauelemente aus. Im Erdgeschoss befanden sich die Büros der Bahnbediensteten sowie Räume für das Telegrafenamt und die Post. Im zweiten Stockwerk lagen Wohnungen für Bahnbeamte und -angestellte.

Der von den Landständen zunächst „ob seiner Opulenz“[1] kritisierte Bahnhof musste bereits 1847 um ein zweites Gleis erweitert werden, um dem gestiegenen Verkehrsaufkommen gerecht zu werden.

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