Freiburger Geschichte und Geschichten aus Freiburg

Das St. Georgener Freibad hat eine besondere Geschichte.

Freibad in Freiburg-St.Georgen um 1930

Bild von Facebook Mitglied Tina Bächle

Die St. Georgener Bürger besetzten 1928 den Dorfbach und stauten diesen auf. Der dadurch entstandene Stausee wurde von den Bürgern kurzerhand zum Schwimmbad erklärt. Daraus entstand 1930 dann das heute bekannte und hier zu sehende Schwimmbecken in dem Frauen und Männer ihre Erfrischung suchten, wenn auch noch anfangs durch einen Bretterzaun voneinander getrennt. Das Becken hatte eine Wasserfläche von über 3800qm und war sogar Bestandteil des Eingemeindungsvertrag von 1938 worin die Stadt Freiburg zur Erhaltung des Freibad verpflichtet wurde. Das zeigt wie wichtig den St. Georgenern ihr Freibad von jeher war.

Im Jahre 1994 stand das Schwimmbad vor dem Aus. Das Gesundheitsamt wollte wegen des desolaten Zustand und der gesundheitlichen Risiken die Genehmigung für die Badesaison 1994 entziehen. Auch eine Aktion des St. Georgener Bürgerverein der das Becken mit Hilfe vieler Bürger neu gestrichen hatte, half nur vorübergehend. Es war nicht mehr zu ändern. Ein neues Schwimmbecken musste her, jedoch hatte die Stadt kein Geld.

Es folgten Jahre in denen der Bürgerverein zäh mit den Institutionen rang, Anhörungen und Aktionen organisierte und schließlich im November 1995 zur großen Bürgerdemonstration aufrief. So wurde dann am 25. November 1995 unter der Flagge des kampfeslustigen Ritter St. Georg ein Demonstrationszug aus Fahrrädern, einem Traktor und vielen Bürgern mit Transparenten und Spruchbändern auf den Weg gebracht. So zog dann Jung und Alt von St. Georgen über den Rotteckring hin zum Rathausplatz um mit der dort durchgeführten Kundgebung der Forderung zur Erhaltung des Schwimmbad Nachdruck zu verleihen.

Wie sich heraus stellte kam eine Sanierung des bestehenden Becken nicht in Betracht. Mit Unterstützung des Bürgervereins, der Vereine, vieler Stadträte und von Handel und Gewerbe begab man sich in einen Verhandlungsmarathon. Der damalige Vorsitzende des Bürgerverein, Georg Koch, scheute keine Mühe, machte Eingaben, schrieb Briefe nahm an Sitzungen teil um schließlich einen Kompromiss auszuhandeln. Der Freiburger Gemeinderat ließ sich erweichen und billigte einen Etat von 5,4 Millionen D-Mark zur Neugestaltung und Aufrüstung der Wassertechnik.

Im Zuge des Umbau wurde die Wasserfläche um etwa zwei Drittel verkleinert, es wurde ein Schwimmer- und ein Nichtschwimmer-Bereich mit einem Edelstahlbecken geschaffen. Weiterhin gab es ein großes Kinderplantschbecken, eine große Wasserrutsche, Massagedüsen und die Liegefläche wurde deutlich vergrößert. Zudem wurde auf Anregung des Bürgerverein ein Kinderspielplatz installiert um die Attraktivität des St. Georgener Freibad noch weiter zu erhöhen.

Im Jahre 1998 konnte dann endlich der neue Vorsitzende des Bürgerverein, Herbert Bucher, zusammen mit Oberbürgermeister Rolf Böhme im Rahmen eines großen Fest das neue Freibad seiner Bestimmung übergeben.  Seit dem wird jedes Jahr im Juli das Schwimmbadfest mit einem gewissen Stolz und einiger Genugtuung von den St. Georgener gefeiert.