Freiburger Geschichte und Geschichten aus Freiburg

Ludwigskirche Freiburg

Aus der Reihe Ludwigskirche hier noch eine schöne Darstellung vor der Erfindung der Fotografie. Aus dieser Perspektive kann man sehr schön sehen wo das Gotteshaus früher seinen Standort hatte. Datierung leider unbekannt, vermutlich um 1850. Abbildung aus dem Landesarchiv Baden-Württemberg.

Ludwigskirche Freiburg um 1850

 

Text aus wikipedia (eigener Beitrag folgt noch)

Nach dem Anfall Freiburgs an das Großherzogtum Baden wurde 1807 eine Pfarrstelle eingerichtet, die mit einer Universitätsprofessur verbunden wurde. Der erste evangelische Stadtpfarrer Gustav Friedrich Wucherer war Professor für Physik. Zunächst wurde für die Gottesdienste das ehemalige Allerheiligen-Kloster in der Pfaffengasse (heute Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg in der Herrenstraße) benutzt.

Die Stadt Freiburg wollte sich bei Ludwig I. für seine Verhandlungen mit dem Vatikan bedanken, in deren Folge 1821 das Erzbistum Freiburg gegründet wurde. Hierzu stellte der Stadtrat 15.000 Gulden zur Errichtung eines Denkmals zur Verfügung. Ludwig wollte diese Summe allerdings zur Einrichtung einer evangelischen Kirche nutzen.

Nachdem Überlegungen, eine neue Kirche im klassizistischen Stil zu erbauen, verworfen worden waren, schenkte Großherzog Ludwig der evangelischen Gemeinde die Kirche des ehemaligen Klosters Tennenbach und beauftragte Heinrich Hübsch mit der Planung der Ludwigskirche Freiburg. Das Münster „Unsrer lieben Frau zu Tennibach“ war um 1180 bis ca. 1230 nach dem Vorbild derPrimarabtei des Zisterzienzerorden Fontenay in Burgund erbaut worden und stand nach der Säkularisation des Klosters (1806) leer.

Friedrich Eisenlohr wurde 1829 mit der Aufmessung der Abteikirche beauftragt und überwachte die Abbrucharbeiten in Tennenbach. Zuvor mussten allerdings am 10. Dezember 1829 die Gebeine der Markgrafen von Baden sowie der Fürsten zu Fürstenberg in das Freiburger Münster überführt werden:

„In ewiger Erinnerung sind Egenon, Markgraf von Urach und von Freiburg / gestorben am 12. Januar 1236 / Agnes, die Gräfin von Hochberg / die Tochter der Gräfin von Hohenberg / gestorben am 18. April 1315 / Otto, Graf von Hochberg / gestorben am 22. Juli 1386 / die Gestorbenen / deren Überreste mit Denkmälern / auf Befehl des heiligsten und mächtigsten / Ludovicus Guilielmus Augustus / des großen Führers Badens / des Führers der Zähringer / diesem ist gleichsam Ruhe / einst aus dem Kloster Tennenbachens / in diesen besten Tempel der Zähringer / für den Herrn gebracht worden sind / am 10. Dezember 1829.“

– Freiburger Zeitung

Die Klosterkirche wurde ab 1829 Stein für Stein abgetragen und in Freiburg an der Habsburgerstraße als erster eigener Kirchenbau der noch jungen evangelischen Gemeinde in der Stadt wieder errichtet. Die Kirche in Freiburg hatte von der Bauweise her wenig mit der Abteikirche gemein, was beispielsweise an der unterschiedlichen Nutzung lag: In Tennenbach war es eine Klosterkirche, die sieben Mal am Tag den Riten, liturgischen Gesängen und Gebeten der Mönche einen würdigen Raum gab; in Freiburg sollte diese Kirche einer großen Gemeinde bei guter Akustik Platz bieten. Hübsch legte des Weiteren besonderen Wert darauf, dass der nach seiner Empfindung rein romanische Stil der Tennenbacher Kirche an ihrem neuen Standort von späteren, insbesondere gotischen Zutaten bereinigt wurde, indem alle spitzbogigen gotischen Fenster durch neoromanische Rundbogenfenster oder Rosenfenster ersetzt wurden. Gegenüber Tennenbach wurde die Ludwigskirche verkürzt sowie im Grundriss verbreitert und erhielt neben einer stark veränderten Einwölbung im Inneren eine völlig neue Fassade mit einem zusätzlichen Portal. Der neue von Hübsch entworfene ca. 60 Meter hohe Vierungsturm war besonders auf seine städtebauliche Wirkung angelegt.

Nach vielen Schwierigkeiten, die während der Bauphase zu überwinden waren, wurde die Ludwigskirche in Freiburg am 26. Juni 1839 eingeweiht. Im Jahr 1856 wurde im Auftrag des Großherzogs Leopold im Chor ein Altarbild durch den Hofmaler Wilhelm Dürrgestaltet.

In der Bombennacht vom 27. November 1944 wurde die Alte Ludwigskirche völlig zerstört. Etliche Steine der Alten Ludwigskirche konnten bei der Enttrümmerung gerettet und als Erinnerungsstücke in den Neubau in der Starkenstraße integriert werden oder sind dort auf dem Kirchplatz aufgestellt. Teile der Kriegstrümmer wurden in der Nimburger Bergkirche für den Altar genutzt.

Schreibe einen Kommentar