Am 21. Es war der 21. Dem Staatssender „Al Mamlaka“ erklärte er laut CNN: „Mehr als 300 000 Libanesen können nicht in ihren eigenen Wohnungen schlafen.“ Dazu hätte die Hälfte der Bevölkerung von Beirut (insgesamt 2,3 Millionen Menschen) „in der absehbaren Zukunft“ (rund zwei Woche) ein „unbewohnbares Zuhause“. Im Geschäftsviertel der Stadt hat die Zeitung „an-Nahar“ ihren Sitz – es liegt knapp einen Kilometer vom Silo entfernt. Der krasse Unterschied: Die Dächer sind allesamt abgerissen, in den Gebäuden fehlen die Fenster – überall liegt Schutt. September 1921 erschien eine ausführliche Beschreibung der bekannten Fakten: „Der Sachschaden ist ungeheuer. Doch von diesem noblen Bau: Besonders hart traf es das Nachbarviertel Mar Mikhael: Der beliebte Stadtteil (unzählige Cafès, Geschäfte, Restaurants) im Süden des Silos ist zerstört. Die Explosion war bis in das 300 Kilometer entfernte München zu hören. Doch die Intervention der Unternehmensleitung konnte natürlich, das war 1921 nicht anders als 2020, gegen die Flutwelle der Gerüchte nichts ausrichten. Die freigesetzte Energie hätte also noch zehnmal so groß sein können. Die Hitze der dabei entstehenden Flammen zündete Sekunden später weitere etwa 300 bis 400 Tonnen. Sie haben Javascript für ihren Browser deaktiviert. In Beirut gab es eine verheerende Explosion. Der Gouverneur von Beirut, Marwan Abboud (59), unterstrich am Mittwoch das humanitäre Ausmaß dieser Katastrophe. Oder kann zumindest der Tod sein. personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Um mit Inhalten aus Twitter und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Besuchen Sie zeit.de wie gewohnt mit Werbung und Tracking. Und die Explosion hinterließ einen RIESIGEN Krater. Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion, Um diesen Artikel oder andere Inhalte über soziale Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für, An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter. Beirut scheint weit weg zu sein. Vorher war das Gelände quasi klinisch rein. deine Zustimmung. Der Mannheimer Regionalhistoriker Christian Haller hat die Wahrnehmung der Katastrophe in einem Aufsatz 2013 detailliert aufgearbeitet. Mindestens 100 Menschen sollen getötet und 4000 weitere verletzt worden sein. BILD sprach mit Augenzeugen. Mein Gott. Auch diese großen Wohngebäude traf die Explosion mit voller Kraft – von der Fassade ist kaum etwas übrig geblieben: Auf dem nächsten Vergleichsbild gut zu erkennen: Die Explosion breitete sich gen Nordosten über das Wasser aus und zerstörte mehrere Ausstellungshallen. Nach anderen Angaben wurden sogar 559 Menschen getötet, inklusive 99 vermisst Gebliebenen; 22 Tote habe es nämlich noch außerhalb des Unternehmensgeländes gegeben. ► Im Süden, getrennt durch die Schnellstraße, befindet sich der beliebte Stadtteil Mar Mikhael. Die Direktion der BASF wandte sich telefonisch an Redaktionen in der Umgebung, zum Beispiel an die des „General-Anzeigers“ in Mannheim oder die „Pfälzische Post“, die der SPD nahestand. Dazu ist ggf. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Plötzlich erschütterte eine Detonation das Fabrikgebäude Op-110 des Stickstoffwerkes der Badischen Anilin- & Soda-Fabrik (besser bekannt unter der Abkürzung BASF) in Oppau, heute einem Stadtteil von Ludwigshafen. In einem Lager sind 2750 Tonnen Ammoniumnitrat detoniert. Das komplette Ausmaß zeigt sich beim Vergleich der Bilder VOR und NACH der Mega-Explosion. Ein Blick vom Hafen über die Schnellstraße zeigt: Rund 500 Meter vom Silo entfernt wurden unzählige Wohn- und Bürogebäude getroffen – auch eine Tankstelle ist zerstört. Auch dieses Twitter-Video zeigt den nahezu unfassbaren Unterschied. deinem Gerät notwendig. Schnell zu sehen: Selbst Gebäude in Hunderten Meter Entfernung nahmen heftigen Schaden. Die Explosion in Beirut ist mehr als ein schrecklicher Unfall. Alle verfügbaren Transportmittel wurden an die Unfallstelle beordert, um die Verwundeten abzutransportieren. Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Anderthalb Kilometer rund um den Explosionsort waren zahlreiche Gebäude zerstört oder beschädigt, allein in der Gemeinde Oppau über tausend – also praktisch alle Häuser des Ortes, der von der benachbarten Chemiefabrik stark profitiert hatte. Everyday low prices and free delivery on eligible orders. Doch zugleich ist Dünger auch Tod. September 1921 zur Katastrophe führte, konnte nicht abschließend geklärt werden. Beirut scheint weit weg zu sein. Dünger ist Leben. Sie finden „Weltgeschichte“ auch auf Facebook. Immer wieder passieren Unglücke mit explosiven und leicht brennbaren Düngemitteln – mit verheerend hohen Opferzahlen. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Unten sieht man das Grundwasser.“ Tatsächlich war der Krater wohl 18,5 Meter tief, nicht dreimal so viel. Goarer Kreisblatt“ vom 22. Das Hafengebiet von Beirut ist nach der Mega-Explosion vom Dienstag ein Trümmerfeld. Die Unglücksstelle ist abgesperrt.“. Oppau und Ludwigshafen hatten sogar noch Glück im Unglück, denn insgesamt lagerten in Op 110 rund 4500 Ammoniumnitratverbindungen. Die BASF sprach von 144 toten festangestellten Werksangehörigen und 299 getöteten Mitarbeitern fremder Firmen; vermisst blieben demzufolge 94 Menschen. Zumindest die zweite Detonation soll als Grollen noch in Zürich, München und Göttingen zu hören gewesen sein. Sie ist Ausdruck eines Staates, der so geschröpft wurde, dass er seine Bürger nicht mehr schützen kann. Details zum Tracking finden Sie in der Datenschutzerklärung und im Privacy Center. Mehr Informationen dazu findest du, Login-Icon für eingeloggte und Community active User, Login-Icon für eingeloggte und Community inactive User, Vorher-nachher-Bilder zeigen Ausmaß der Zerstörung, Mega-Explsion in Beirut ++ 100 Tote, rund 4000 Ver, Leute halten Fotos hoch und suchen Menschen, 559 Menschen starben bei Kunstdünger-Explosion, Was jetzt die Erste Hilfe für Beirut sein muss. Hier wurde Ammoniumsulfat in großen Mengen hergestellt, nämlich rund 600 Tonnen am Tag. Das Hafengebiet von Beirut ist nach der Mega-Explosion vom Dienstag ein Trümmerfeld. Offensichtlich trieb Voyeurismus und die Lust am Grusel das Gerede weiter an: „Die Haut der Toten war teilweise verkohlt“, hieß es in einer Zeitungsmeldung, in einer anderen wurde die Leichen von Arbeitern beschrieben als „formlose Fleischklumpen, die nichts Menschenähnliches mehr besitzen“. Jedenfalls detonierten zunächst etwa 70 bis 80 Tonnen des gelagerten Materials. Ammoniumnitrat, das war allgemein bekannt, konnte durch eine geeignete Zündung explodieren – der Sprengstoff des Ersten Weltkriegs beruhte darauf zu großen Teilen. Damit können Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Drittanbietern angezeigt werden. Fachlich und sachlich zu 80% einfach nur falsch. Wie viele Opfer es genau gab, blieb umstritten. Die Explosion in einem Düngemittel-Werk in Texas ist kein Einzelfall. Ihr Gerät unterstützt kein Javascript.Bitte aktivieren Sie Javascript, um die Seite zu nutzen oder wechseln Sie zu wap2.bild.de. Übrigens verbot der für Preußen (allerdings nicht für Baden, wo Oppau lag) zuständige Minister für Handel und Gewerbe, Wilhelm Siering, ein Sozialdemokrat, am 16. in eine Detonation übergehen, oder? Das beruhte wohl auf Wahrnehmungen wie der folgenden: „Die Bauten 110 und 111, in denen einige Hundert Mann gewesen sein sollen, waren wie vom Erdboden wegrasiert. unheimliche Explosion gegeben. Weitere Informationen: http://epaper.welt.de, Der Kurz-Link dieses Artikels lautet: https://www.welt.de/212924854. Im „St. Nach den ersten Mitteilungen der libanesischen Regierung geht die gewaltige Explosion in Beirut am Dienstagnachmittag auf die Zündung von rund 2750 Tonnen Ammoniumnitrat zurück, die in einem großen Lagerhaus am Hafen gelagert waren. In diesem Blatt erschien bald darauf ein Artikel mit deutlicher Kritik an den Kollegen anderer Zeitungen. So kursierten Spekulationen über die Zahl der Todesopfer, die bald von mehr als tausend Toten ausgingen. 2300 Tonnen Ammoniumnitrat beladenen Frachter Grandcamp und Highflyer (USA). Von dem Kochtopf sind nur paar Fetzen übrig, und paar Fenster sind zu Bruch gegangen. Nochmals eine kurze Zeit später (auch hier schwanken die zeitgenössischen Angaben, die teils auf den Berichten von Augenzeugen, teils auf Messungen beruhen, zwischen vier und 22 Sekunden) folgte eine zweite, noch sehr viel größere Explosion. Fensterscheiben kaputt, Kabel hängen von den Wänden, der Putz der Außenfassade ist nicht mehr vorhanden. Zustimmung jederzeit über den Link Privacy Einstellungen am Ende jeder Seite widerrufbar. Rechts neben der Tankstelle steht dieses mehrstöckige Bürogebäude – kurz nach der Explosion war die Zerstörung sehr gut zu erkennen – trotz der Rauchschwaden. Doch auch in Deutschland ereignete sich eine verheerende Dünger-Explosion. Buy Benzin aus Sand: Die Silan-Revolution by Plichta, Peter (ISBN: 9783776624649) from Amazon's Book Store. Jedoch galt eine Mischung von weniger als 60 Prozent Ammoniumnitrat und mehr als 40 Prozent Ammoniumsulfat als ungefährlich. Der Vergleich mit Beirut drängt sich auf. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Kein Vergleich zur Vergangenheit. The Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) is the national metrology institute providing scientific and technical services. Ein Bild vom 31. Eine Verarbeitung der auf Ihrem Gerät gespeicherten Informationen wie z.B. Wir erheben personenbezogene Daten und übermitteln diese auch an Drittanbieter, die uns helfen, unser Webangebot zu verbessern und zu finanzieren. April 1947 explodierten im Hafen von Texas City in den Vereinigten Staaten die beiden mit ca. Die Zahl der Toten und Verwundeten geht in die Hunderte, konnte aber bisher noch nicht festgestellt werden. Registrieren Sie sich kostenlos und erhalten Sie auf Ihre Interessen abgestimmte Inhalte sowie unsere vielseitigen Newsletter. Am 21. Dennoch blieben und bleiben gelagerte Ammoniumnitratverbindungen hochgefährlich – katastrophale Explosionen in Texas 1947, in Tianjin (Volksrepublik China) 2015 und offenbar jetzt in Beirut beweisen es. September 1921 detonierten im BASF-Werk Oppau mehrere Hundert Tonnen Ammoniumverbindungen. Da der Kunstdünger (Kalkammonsalpeter, 80% NH4NO3) ein starkes Oxidationsmittel ist, sollte die Mischung doch nur brennen, und nicht (nach ca. Zerstörung, Chaos und Leid überall. Cell-free DNA – from biomarker research to personalized medicine is the focus of the upcoming cancer research virtual event on November 5–6, 2020. Wo sie gestanden haben, klafft jetzt ein Trichter, der einen Durchmesser von 100 Metern und eine Tiefe von 50 bis 60 Metern besitzt. Dazu wurde nach dem mit dem Chemie-Nobelpreis 1918 ausgezeichneten Haber-Bosch-Verfahren hergestelltes Ammoniak zu Salpetersäure oxidiert. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern. Es war das schlimmste Explosionsunglück in Deutschland. Als wahrscheinliche Ursache des Unglücks (über die allerdings angesichts der Zerstörung der meisten potenziellen Spuren nicht völlige Gewissheit erreicht werden konnte) gilt ein ausgesprochen riskantes Vorgehen bei der Produktion des Düngers in den Gebäuden Op 110 und Op 111. Zum Glück war er gerade im Schuppen. Dezember 1921 die Lockerung von Düngersalzen durch Sprengpatronen. Juli 2020 zeigt, wie der Hafen von Beirut vor der Explosion aussah. Sie hätten „Sensationsmeldungen eigenen Fabrikats“ publiziert und sich in angeblichen Augenzeugenberichten „in freischaffender Fantasie maßlosen und unverantwortlichen Übertreibungen“ hingegeben. Bei der Texas-City-Explosion am 16. Ohne effizienten Dünger kann keine Landwirtschaft genügend Lebensmittel produzieren für die Menschen in größeren Städten. Wir freuen uns über ein Like. Von dieser Skyline ist heute kaum noch etwas übrig. September 1921 detonierten im BASF-Werk Oppau mehrere Hundert Tonnen Ammoniumverbindungen. September 1921, einige (die Angaben schwanken zwischen 14 und 34) Sekunden nach 7:32 Uhr morgens. Um der Nutzung mit Werbung zuzustimmen, muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein. Es war das schlimmste Explosionsunglück in Deutschland. Da diese Mischung durch Feuchtigkeit verklumpte und dann nicht mehr gut weiterverarbeitet werden konnte, lockerten Mitarbeiter, darunter der konzessionierte Sprengmeister Hermann Humpe, mit Sprengpatronen die Salzberge im Lagergebäude Op 110. Direkt nebenan traf es den Nachtclub „AHM“, die Fassade: komplett zerstört. PTB measures with the highest … Warum dieses Vorgehen ausgerechnet am 21. die Speicherung von Cookies auf Die WELT als ePaper: Die vollständige Ausgabe steht Ihnen bereits am Vorabend zur Verfügung – so sind Sie immer hochaktuell informiert. 1921 in Oppau bei BASF. Cookies oder persönliche Identifikatoren, IP-Adressen sowie Ihres individuellen Nutzungsverhaltens erfolgt dabei zu den folgenden Zwecken: Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Geräte-Kennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden. Doch auch in Deutschland ereignete sich eine verheerende Dünger-Explosion. 10 min.) Die Folgen beschrieben tatsächliche (oder vermeintliche) Augenzeugen in drastischen Worten: „Als wäre das Ende der Welt da“, meinte einer, andere schilderten zahlreiche „verstümmelte“ und „verkohlte“ Leichen, die sie gesehen hätten, sowie abgetrennte Köpfe, Arme und Beine. Eine weitere Reaktion mit gasförmigem Ammoniak ergab Ammoniumnitrat. So sah der noble Apartment-Block in der Straße Papinien vorher aus: Laut Berichten breitete sich die Druckwelle der Explosion bis in eine Entfernung von mindestens 14 Kilometern aus. Vor 100 Jahren bei BASF 559 Menschen starben bei Kunstdünger-Explosion. Der Vergleich mit Beirut drängt sich auf. Terrorismus-Experte Malte Roschinski über die Eigenschaften der Chemikalie und ihren Gebrauch bei Sprengsätzen. ► Oben links: ein Hafenbecken (rund 1,1 Kilometer vom Silo entfernt) – daneben beginnt das Ausstellungszentrum der Stadt. „Eher unwahrscheinlich, dass es sich um einen Sprengsatz handelt“, Eine Bildpostkarte über die Explosion, die nach Frankreich geschickt wurde, An den Menschen erkennt man das Ausmaß des Explosionskraters, Blick auf die völlig zerstörten Gebäude nach der Explosion, Zahlreiche Fotos kursierten bald als Bildpostkarten, Weil Oppau 1921 französisch besetzt war, interessierte sich auch die Pariser Presse für das Unglück, „Leichen werden zu Leiden noch täglich ausgegraben“, Die Explosion war so stark wie eine kleine Atombombe, Noch eine Woche später fand man Leichen in der Umgebung, Den ersten Großanschlag in New York begingen Deutsche, „Das größere Problem ist, dass die Regierung seit März zahlungsunfähig ist“, Das Salz, das als furchtbarer Sprengstoff funktioniert. Ein Teil davon wurde zu Ammoniumsulfat weiterverarbeitet. Diese Nachher-Aufnahme vom Mittwoch zeigt das gesamte Ausmaß der Zerstörung: Neben dem Silo klafft ein riesiges Loch, Hafengebäude fehlen überall, der Asphalt ist aufgerissen und gibt den Blick auf den Sand frei. Nutzen Sie zeit.de mit weniger Werbung und ohne Werbetracking für 1,20 €/Woche (für Digital-Abonnenten nur 0,40 €/Woche). Wenn sich denn die ersten Meldungen bestätigen, dann erinnert die Detonation im Hafen von Beirut zumindest in ihren Auswirkungen stark an einen Vorfall, der sich vor fast genau 99 Jahren in Deutschland ereignete. Mindestens 1977 Menschen wurden verletzt und 1870 obdachlos. ► Im Zentrum des Bildes, leicht vorgelagert, ist das Silo zu sehen.