Freiburger Geschichte und Geschichten aus Freiburg

Kaiser-Joseph-Straße

Die Kaiser-Joseph-Straße ist DIE Hauptstraße in Freiburg und das schon seit Jahrhunderten. Als wichtigste Nord-Süd Verbindung war sie schon im Mittelalter zentraler Mittelpunkt der Stadt Freiburg. Heute reicht die im Volksmund liebevoll genannte KaJo von der Dreisam im Süden bis zum Siegesdenkmal im Norden. Im Bereich zwischen Martinstor und Siegesdenkmal wird die Straße von den berühmten Bächle eingerahmt. In ihrer Geschichte hat die Strasse schon mehrere Namen getragen.

Bertoldsbrunnen_1930er

Große Gaß oder auch Lange Gaß
Dies ist der erste bekannte und urkundlich erwähnte Name der heutigen Kaiser-Joseph-Strasse. Angelegt wurde die Straße vermutlich mit der Marktgründung durch Konrad von Zähringen im Jahre 1120. Die einzelnen Abschnitte der Straße wurden nach ihrer Funktion benannt die sie im Geschehen des Marktes hatten. So gab es im Süden die „Brotlaube“, an der Kreuzung Salzstraße rund um den Fischbrunnen den „Fischmarkt“, weiter nördlich die „Wechsellaube“ wo sich die Geldwechsler angesiedelt hatten, dann noch den „Hauptmärkt“ und den „Rindermärkt“. Der Markt wurde dann im 15. Jahrhundert auf den Münsterplatz verlegt. Diese vielseitige Nutzung erklärt auch die große Breite im Vergleich zu anderen Strassen der Freiburger Altstadt. Die Grosse Gass führte vom Martinstor bis ungefähr auf Höhe der Straßenbahn-Haltestelle Siegesdenkmal wo früher die Stadt durch das Christoffelstor nach Norden gesichert war.

Im 17. Jahrhundert wurde die Verbindung durch das Martinstor zwischen der Grossen Gass und den Vorstädten im Zuge des Festungsbau und der Einebnung der Vorstädte durch Sébastien le Prestre de Vauban unterbrochen. Das Schwabentor und die Salzstrasse dienten nun als Zufahrt aus dem Höllental.

Fischbrunnen_1916Kaiserstrasse
Nachdem Kaiser Joseph II. die Stadt im Jahre 1777 besucht hatte wurde die Straße zu Ehren des Landesherrn in „Kaiserstraße“ umbenannt. Die Straße wurde dann etwa um das Jahr 1840 in südlicher Richtung vom Martinstor bis zur Dreisam verlängert. Diese Verlängerung hieß Anfangs „Neue Kaiserstraße“ bis sie 1860 zu Ehren der badischen Großherzogin Stéphanie de Beauharnais den Namen „Stephanienstraße“ bekam. In diesem Zusammenhang wurde das neu entstandene Quartier südlich des Martinstor „Stephanienvorstadt“ genannt.

Ab 1866 reichte die Kaiserstraße im Norden bis auf Höhe der Ludwigstraße. Die südliche Verlängerung zur Dreisam erhielt im Jahre 1867 endgültig den Namen „Kaiserstraße“.

Adolf-Hitler-Straße
Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde die Straße ab 1936 zusammen mit ihren Verlängerungen nach Norden (Zähringerstr.) und nach Süden (Günterstalstr.) in Adolf-Hilter-Strasse umbenannt. Diese reichte dann in ihrer kompletten Länge von der Okenstraße im Norden bis zum Holbeinplatz im Süden.

Kaiser-Joseph-Straße
Nach dem Zusammenbruch des „1000jährigen Reiches“ erschien in den Jahren 1946/47 das erste Freiburger Adressbuch in dem die bis heute gültige Namensgebung der Nord-Süd Achse veröffentlicht wurde. Dabei wurde allerdings die 1936 eingeführte Hausnummerierung im Bereich zwischen Siegesdenkmal und der Dreisam beibehalten. So kommt es das die Hausnummern im Norden bei 143 bzw. 168 beginnen.