Freiburger Geschichte und Geschichten aus Freiburg

Haus Löwen Straße 1

Das Haus Nr. 1 in der Löwenstr. dürfte schon jeder gesehen haben. Mitten im sogenannten Bermudadreieck von Freiburg gelegen, beherbergt es heute eine Filiale einer Fastfood-Kette. Den größten Teil des Gebäude nutzt jedoch die Heilsarmee die auch seit 1923 Besitzer des Haus ist.

Der Kopfbau zwischen Niemens- und Löwenstr. wurde komplett im Jugendstil errichtet. Erbaut wurde das Haus im Jahre 1908 durch den Bauunternehmer Hermann Schupp. Die Pläne wurden von Arthur Levi erstellt, der zwei Jahre später auch die Pläne für die Erweiterung des Friedrichsbau erstellte. Levi war bis zu seiner Ächtung durch die Nationalsozialisten ein vielbeschäftigter und angesehener Architekt.

Das Vorgängergebäude beherbergte den Gasthof „Zum Erbprinzen“ von Leopold Blum. Im neu errichteten Gebäude befand sich damals das Hotel „Metropol“

Die vordere Fassade zur Kaiserstraße wurde als repräsentative Schauseite ausgeführt, die den kompletten kleinen Platz davor beherrscht. Das Gebäude ist fünfgeschossig ausgeführt und besitzt auf Höhe des vierten Stockwerk je einen Sockel für einen globentragenden Atlanten. Die Eingangsbögen im Erdgeschoss beherbergen Übergröße Figuren. Zwischen zwei halbnackten Bacchantinnen (*1)  mit Musikinstrumenten wird der flötende Pan (*2)  dargestellt. Zur Niemensstraße befindet sich eine turmartig gestaltete Fensterachse in der sich der Eingang zum Treppenhaus befindet. Über dem Fenster im zweiten Stock befindet sich ein Relief. Dieses zeigt ein reisendes Paar dem ein Gepäckträger mit Koffern und ein Hund folgt und damit auf die ursprüngliche Funktion des Gebäudes als Hotel hinweist. Auf der gegenüberliegenden Seite zur Löwenstraße steht der 1908 datierte Löwenbrunnen. Die unteren Geschosse sind zur Niemensstr. eher geschlossen ausgeführt wohingegen die Seite zur Löwenstraße mit großen und verzierten Öffnungen ausgeführt wurde.

 

 

(*1) Die Bacchantinnen waren Weiber, die der Volksglaube sich als Begleiterinnen des Gott des Weines Bacchus während seiner Thaten und Schicksale auf Erden vorstellte.

(*2) Pan ist in der griechischen Mythologie der Hirtengott. Seiner Gestalt nach ist er ein Mischwesen aus Menschenoberkörper und dem Unterkörper eines Ziegenbocks.

 

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