Freiburger Geschichte und Geschichten aus Freiburg

Kleine_Freiburger_Stadtgeschichte

Hier eine Zeittafel der Freiburger Geschichte. Da geschichtliche Fakten wenig Spielraum für eigene Interpretation lassen, habe ich diese Zeittafel dem Buch „Kleine Freiburger Stadtgeschichte“ von Peter Kalchthaler entnommen. Erschienen 2006 bei Verlag Friedrich Pustert Regensburg ISBN 978-3-7917-2009-8

Sehr empfehlenswert für einen Überblick über die Freiburger Geschichte.

 

1008  –  Erste Erwähnung der heutigen Stadtteile Herdern, Uffhausen, Wiehre und Zähringen.

Die Zeit der Zähringer  1091 – 1368

1091  –  Frühestes überliefertes Gründungsdatum der Stadt Freiburg.

1120  –  Marktgründung durch Konrad von Zähringen.

1146  –  Das Münster wird erstmals erwähnt.

Die Zeit der Grafen von Freiburg  1218 – 1368

1218  –  Tod des letzten Zähringerherzogs Berthold V.

1234  –  Gründung des Dominikanerinnenklosters Adelhausen

1236  –  Gründung des Freiburger Dominikanerklosters.

1238  –  Erste Nennung der Freiburger „Bächle“

1246  –  Die Franziskaner lassen sich in der Stadt nieder.

1278  –  Niederlassung der Augustinereremiten.

1291  –  Erste Erwähnung eines Bürgermeisters.

1303  –  Erste Erwähnung eines Rathauses (die heutige Gerichtslaube).

1318  –  Älteste Statuten des Heiliggeistspitals.

1334  –  Erste Nennung des städtischen Schulhauses in der Herrenstraße.

1347  –  Stiftung der Kartause Johannisberg durch Johann Snewelin „der Gresser“.

1348  –  Eine Pestepidemie löst ein Pogrom gegen die Freiburger Juden aus.

1354  –  Angebliche Erfindung des Schießpulvers durch den Franziskanermönch Berthold Schwarz.
1354  –  Grundsteinlegung zum neuen Chor des Freiburger Münsters.

1366  –  Im Konflikt mit Graf Egino III. zerstören die Bürger das Schloss.

1368  –  Freiburg löst sich aus der Herrschaft der Grafen und begibt sich unter den Schutz des Hauses Habsburg.

Freiburg unter der Herrschaft Habsburgs  1368 – 1798

1378  –  Erste Nennung des Kaufhauses als Zentrum des städtischen Handels.

1379  –  Stiftung der noch heute bestehenden Jahrmärkte durch König Wenzel. Verlegung der Termine durch König Ruprecht III. 1403 und Kaiser Friedrich III. 1465

1381  –  Freiburg erwirbt das Dorf Betzenhausen.

1386  –  Bei Sempach (heutige Schweiz) fallen Herzog Leopold III. und zahlreiche Freiburger Adelige und Patrizier.

1390  –  Volkszählung: Freiburg hat 8855 Einwohner.

1404  –  Freiburg tritt dem „Rappenmünzbund“ bei.

1415  –  Herzog Friedrich IV. von Österreich „mit der leeren Tasche“ in der Reichsacht. Freiburg ist bis 1427 Reichsstadt.

1424  –  „Ewige“ Vertreibung der Juden aus der Stadt.

1454  –  Erzherzog Albrecht VI. gibt das „große Fest zu Freiburg“ für Herzog Philipp den Guten von Burgund.

1457  –  Erzherzog Albrecht VI. stiftet die Freiburger Universität.

1460  –  Eröffnung der Universität im Münster.

1471  –  Weiterbau des neuen Münsterchors nach 100-jähriger Bauunterbrechung.

1473  –  Kaiser Friedrich III. besucht mit seinem Sohn Maximilian die Stadt.

1491  –  Freiburg erwirbt bis 1491 Dorf und Wasserschloss von Kirchzarten.

1496  –  Erste Erwähnung eines „fasnachtspils“ in Freiburg.

1497  –  Reichstag König Maximilians in Freiburg bis September 1498 in Anwesenheit des Monarchen (ab Juli 1948).

1513  –  4./5.12.: Weihe des Münsterchors

1520  –  Druck des neuen Freiburger Stadtrechts.

1525  –  Verbrennung reformatorischer Schriften auf dem Münsterplatz.
1525  –  Aufständische Bauern besetzen Freiburg.

1529  –  Reformation in Basel. Freiburg wird Zuflucht zahlreicher Katholiken, darunter das Basler Domkapitel und Erasmus von Rotterdam.

1546  –  Erstes Opfer des Hexenwahns.

1562  –  Besuch Kaiser Ferdinands I. in Freiburg.

1564  –  Erste von mehreren Pestwellen mit 2000 Opfern.

1620  –  Die Jesuiten lassen sich in Freiburg nieder.

1631  –  Letzte Hexenprozesse mit Todesurteilen.

1632  –  29.12. Schwedische Truppen nehmen Freiburg ein.

1633  –  20.10. Kaiserliche Truppen vertreiben die Schweden.

1634  –  09.04. Einnahme Freiburgs durch Verbündete der Schweden.

1638  –  11.04. Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar belagert die Stadt und erobert sie für Frankreich.

1644  –  29.07. Die bayerische Reichsarmada unter Generalfeldmarschall Franz von Mercy erobert die Stadt zurück.
1644  –  03.-05.08. Schlacht am Schlierberg zwischen der Reichsarmada und zwei französischen Armeen unter Turenne und Enghien.

1648  –  Westfälischer Friede: Das Elsass wird französisch. Freiburg ist Grenzstadt.

1651  –  Die Regierung der Vorlande wird von Ensisheim nach Freiburg verlegt.

1657  –  Stiftung der Lorettokapelle.

1677  –  16.11. Freiburg wird von Frankreich belagert und besetzt. Die Regierung flieht nach Waldshut, die Universität nach Konstanz.

1679  –  Frieden von Nijmegen. Freiburg bleibt französisch. Bau der Festungsanlage durch Sébastien Le Prestre de Vauban.

1681  –  König Ludwig XIV. besucht die Stadt.

1682  –  Ludwig XIV. stiftet das zweisprachige „Studium Gallicum“.

1696  –  Die Ursulinen gründen ihre Freiburger Niederlassung.

1697  –  Frieden von Rijswijk. Freiburg kehrt zu Österreich zurück.

1699  –  Einweihung von Kloster Neu-Adelhausen.

1713  –  Im Spätherbst wird Freiburg von Frankreich belagert und eingenommen.

1715  –  Die Franzosen ziehen aus Freiburg ab.

1744  –  Dritte Belagerung Freiburgs und Einnahme im November. Vor dem Abzug Ende April 1745 wird die Festung von den Franzosen systematisch geschleift.

1752  –  Verwaltungsreform unter Maria Theresia.

1768  –  Einführung der Hausnummerierung.

1770  –  04.-06.05. Die französische Kronprinzessin Marie Antoinette besucht Freiburg auf ihrer Brautfahrt.

1773  –  Einrichtung der Normalschule. Auf den ersten Direktor Franz Joseph Boob soll der Spitzname der Freiburger „Bobbele“ zurückgehen.

1774  –  Die Universität erhält das Kolleg der 1773 aufgehobenen Jesuiten.

1777  –  Kaiser Joseph II. besucht Freiburg. Die „Große Gass“ erhält den Namen „Kaiserstraße“.

1782  –  Aufhebung der Kartaus.

1784  –  Erste Ausgabe der „Freiburger Zeitung“.
1784  –  Johann Georg Jacobi wird als erster Protestant an die Universität berufen.
1784  –  Gründung der Freiburger Freimaurerloge „Zur Edlen Aussicht“

1785  –  Die Franziskanerklosterkirche Sankt Martin wird zur zweiten Pfarrkirche der Stadt.

1790  –  Gründung der „Bürgerlichen Beurbarungsgesellschaft“.

1794  –  Gründung des „Freiwilligen Bürger-Ehrencorps“.

1796  –  Besetzung Freiburgs durch französische Revolutionstruppen und Befreiung durch Erzherzog Karl von Österreich. In den Folgejahre wiederholte Besetzungen durch Frankreich.

1798  –  Im Frieden von Campo Formio wird Freiburg Ercole III. d’Este, dem Herzog von Modena zugesprochen.

Freiburg unter modenesischer Herrschaft 1803 – 1805

1803  –  Ercole III. übernimmt die Herrschaft über Freiburg. Sein Schwiegersohn Erzherzog Ferdinand von Österreich regiert als Landesadministrator, später als Landesherr.

1802  –  Im Pressburger Frieden kommt Freiburg zu Baden.

Freiburg im Großherzogtum Baden 1806 – 1918

1806  –  15.04. Übergabe Freiburgs an den Vertreter des Kurfürsten im Münster.

1807  –  Gründung der evangelischen Stadtpfarrei.
1807  –  Gründung der Bürgerlichen Lesegesellschaft „Museum“

1809  –  Einrichtung der „Judenwirtschaft“ in der Grünwälderstraße. Erstmals seit 1424 ist Juden der Aufenthalt in Freiburg wieder erlaubt.

1813  –  Befreiungskriege: Freiburg ist Durchmarschgebiet für die Aliierten. Zur Jahreswende 1813/1814 weilen mehrere Monarchen und Staatsmänner der Allianz gegen Napoleon in Freiburg.

1819  –  Papst Pius VII. bestimmt Freiburg zum Sitz eines Erzbischof als Metropolit der neuen oberrheinischen Kirchenprovinz.

1820  –  Großherzog Ludwig sichert endgültig den Bestand der Hochschule, die den Namen „Albert-Ludwigs-Universität“ annimmt.

1823  –  Eröffnung des Stadttheaters in der ehemaligen Augustinereremitenkirche.

1826  –  Gründung der Freiburger Sparkasse.

1827  –  Inthronisation des ersten Freiburger Erzbischofs im Münster.
1827  –  Gründung des Kunstvereins.
1827  –  Freiburg hat 14.317 Einwohner.

1844  –  Erster Carnevalsumzug in Freiburg.
1844  –  Gründung der „Freiburger Turnerschaft“.

1845  –  Eröffnung der Bahnlinie Offenburg-Freiburg und Einweihung des Bahnhofs.

1848  –  26.03. Volksversammlung mit 20.000 Teilnehmern auf dem Münsterplatz. Gefordert werden das Offenburger Programm und die Republik.
1848  –  Ostern: Barrikadenkämpfe, Einmarsch von Bundestruppen und Verhaftungswellen in der Badischen Revolution.

1849  –  Die zweite Revolutionswelle wird durch preußische Truppen niedergeschlagen. Bis 1852 gilt Kriegsrecht.

1850  –  Eröffnung des ersten Gaswerks.

1862  –  Hofgerichtsadvokat Nephtali Näf erhält als erster Jude das Freiburger Bürgerrecht.

1864  –  Gründung der „Israelitischen Religionsgemeinde“.

1866  –  Verlegung des 5. Badischen Infanterieregiments nach Freiburg.
1866  –  Einführung der straßenweisen Hausnummerierung.

1870  –  Bau der Synagoge.

1871  –  Freiburg hat 24.603 Einwohner.

1876  –  Zur Enthüllung des Siegesdenkmals kommt Kaiser Wilhelm I. nach Freiburg.

1885  –  Freiburg hat 41.310 Einwohner. An der Universität sind 1.000 Studenten immatrikuliert.

1888  –  Gründung des „Carnevalsverein“.
1888  –  Mit der Wahl von Otto Winterer beginnt die “ Wintererzeit“.

1891  –  Mit der Pferdebahn beginnt der Aufbau des öffentlichen Personennahverkehrs.

1892  –  Inbetriebnahme des Rieselfelds.

1896  –  Ein verheerendes Hochwasser reißt mehrere Dreisambrücken ein.

1899  –  Freiburg hat 61.504 Einwohner.

1900  –  Zum Sommersemester lässt Freiburg als erste deutsche Universität Frauen offiziell zum Studium zu.

1901  –  Eröffnung des Elektrizitätswerks und der elektrischen Straßenbahn.

1910  –  Eröffnung des neuen Stadttheaters.
1910  –  Freiburg hat 83.324 Einwohner.

1911  –  Einweihung des neuen Kollegienhauses der Universität.

1914  –  04.12. Erste Bombenabwürfe im 1. Weltkrieg.

1918  –  09.11. Ausrufung der Republik Baden auf dem Karlsplatz.

Freiburg in der Republik Baden 1918 – 1945

1923  –  Eröffnung des Augustinermuseums.

1930  –  Einweihung der Seilschwebebahn auf den Schauinsland.

1933  –  Eine Pressekampagne der Nationalsozialisten zwingt OB Karl Bender Zum Rücktritt. Nachfolger wird der Parteigenosse Franz Kerber.
1933  –  Auflösung des Stadtrats und erste Maßnahmen gegen jüdische Geschäftsleute.

1934  –  Gründung der „Breisgauer Narrenzunft“ und Einführung der alemannischen Volksfastnacht.

1938  –  Zerstörung der Synagoge und Ausschreitungen gegen jüdische Geschäfte in der „Reichskristallnacht“.

1939  –  Freiburg hat 108.487 Einwohner.

1940  –  10.05. Irrtümliche Bombardierung des Stühlinger durch deutsche Flugzeuge. Das Unglück mit 57 Toten wird von der Propaganda zum Feindangriff erklärt.
1940  –  22.10. Deportation aller transportfähigen Juden aus Baden und der Pfalz in das Lager Gurs und weitere Lager in Südfrankreich. Überlebende werden 1942/43 in die Vernichtungslager im Osten gebracht.

1944  –  27.11. Großangriff britischer Bombergeschwader auf Freiburg. 20.000 Bomben zerstören die Altstadt zu 80 Prozent. 2800 Todesopfer und 9600 Verletzte. 6000 zerstörte, 3500 schwer und 11500 leicht beschädigte Wohnungen.

1945  –  21.04. Einmarsch französischer Truppen in Freiburg. Um 22:00 ist die Stadt besetzt.

Freiburg unter französischer Militärverwaltung 1945 – 1946

1945  –  Freiburg hat noch 57.974 Einwohner.
1945  –  Unter französischer Verwaltung langsamer Neubeginn des öffentlichen, kulturellen und politischen Lebens.
1945  –  Zum Wintersemester nimmt die Universität den Vorlesungsbetrieb wieder auf.
1945  –  Am 05.09. erscheint die erste Tageszeitung nach dem Krieg.

1946  –  Erste Gemeinderatswahlen. Im Kaufhaus tagt die Beratende Landesversammlung, die eine Verfassung für Baden beschließt.

Freiburg als Hauptstadt des Landes Baden 1946 – 1952

1947  –  Erste Landtagswahlen in Baden. Leo Wohleb wird Staatspräsident.

1948  –  Die schwierige Versorgungslage im Winter 1947/48 führt zu akuter Hungersnot.

1949  –  Wiedereröffnung des 1944 zerstörten Stadttheaters.

1950  –  Mit 109.717 Einwohnern ist der Vorkriegsstand wieder erreicht.
1950  –  Volksabstimmung über den Südweststaat. Baden ist mehrheitlich dagegen, wird aber von den anderen Landesteilen überstimmt.

Freiburg im Land Baden-Württemberg seit 1952

1959  –  Besancon wird erste Partnerstadt Freiburgs.

1963  –  Freiburg hat 150.000 Einwohner

1969  –  Die Fertigstellung des Straßenrings um die Altstadt ermöglicht die Einrichtung der Fußgängerzone ab 1973.

1971  –  Beginn der Gemeindereform in Baden. Bis 1974 wächst Freiburgs Gemarkungsfläche um das Doppelte. Erster neuer Stadtteil wird die Gemeinde Lehen.

1980  –  Höhepunkt des Konflikts zwischen Hausbesetzerszene und Polizei. Die Krawalle dauern bis 1982.

1987  –  Einweihung der neuen Synagoge.

1988  –  Erster Bürgerentscheid in Freiburg über die umstrittene Kultur- und Tagungsstätte KTS (Konzerthaus)

1992  –  Die letzten Teile der französischen Truppen verlassen Freiburg. Das französische Konsulat wird geschlossen.

1993  –  Der Fußball-Bundesligist Sportclub Freiburg steigt erstmals in die 1. Liga auf.
1993  –  07.12. Erster Spatenstich für den neuen Stadtteil Rieselfeld.

1996  –  Eröffnung des Konzerthauses am Bahnhof

1998  –  03.04. Erster Spatenstich für den neuen Stadtteil „Vauban“.

1999  –  Die Frühjahrsmess‘ ist die letzte auf dem alten Messplatz. Die Herbstmess‘ findet bereits auf dem neuen Gelände beim Flugplatz statt.
1999  –  02.07. Einweihung des neuen Hauptbahnhofs.

2000  –  Freiburg hat zur Jahrtausendwende 202.455 Einwohner.
2000  –  Freiburg schließt eine Städtepartnerschaft mit Isfahan im Iran.

2001  –  Deutsch-Französischer Gipfel in Freiburg.

2002  –  Mit Dieter Salomon wird der erste Grüne Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Sein Vorgänger Rolf Böhme wird zum Ehrenbürger ernannt.

2005  –  Freiburg hat 214.716 Einwohner.